Ordinationsassistenz in der Primärversorgung

Beitrag erstellt vom Berufsverband der ArztassistentInnen Österreich (BdA) und Julia Marouschek-Schwarz

Vorstand des BdA: von links nach rechts 
Theresia Albrecht (Salzburg, Sekretariat), Astrid Willmann (Kärnten), Ulli Schober (Kassierin), Ricki Hornung (Vize-Kassierin, BdA-Diplome), Melitta Welzl (Wien, Fortbildungsveranstaltungen), Elisabeth Hammer-Zach (OÖ, Präsidentin Ö), Olga Schumich (Burgenland), Olga Benesch-Tarelinka (Vize-Schriftführerin, HP), Theresia Thalhammer (Stmk, Vize-Präs.), Bettina Schürz (NÖ, Schriftführerin, Fotos)

Die Ordinationsassistenz ist die erste Kontaktstelle, persönlich oder telefonisch in einer Ordination/einem Primärversorgungszentrums, und somit maßgeblich für das Auftreten dieses Betriebes nach außen hin.

Sie muss aus den ihr gegebenen Informationen die Dringlichkeit der Patientenanfragen herausfiltern, dabei nicht nur fachliches Wissen zeigen, sondern auch viel Menschenkenntnis, Gespür und Einfühlungsvermögen schon am Telefon aufbringen, um bestmögliche medizinische Betreuung zu veranlassen. Gleichzeitig verlangt das Terminmanagement Genauigkeit und Disziplin.

Die Ordinationsassistenz ist Drehscheibe, wenn es darum geht, Informationen weiterzuleiten. Nicht selten passiert es, dass PatientInnen Details ihres Leides der Person klagen, die sie als erstes aufmerksam zuhörend an der Anmeldung vorfinden; Details, die oft ein Puzzle vollständig machen. Kommunikation ist hier das schlagende Wort. Kommunikation nicht nur mit PatientInnen, sondern natürlich auch im Ordinationsteam, mit Vertretern und Anbietern anderer Gesundheitsberufe.

Hauptaufgaben der Ordinationsassistenz bleiben aber die vielen medizinischen Handgriffe, wie Blutabnahmen, standardisierte Stuhl – und Harntests, Blutdruck- und Blutzuckermessungen, aber auch Überwachung und Einhaltung der Hygienestandards und die Qualitätssicherungen im Allgemeinen. Die gewissenhafte Durchführung und Erweiterung dieses Spektrums an standardisierten medizinischen Tätigkeiten verschafft den ÄrztInnen Zeitressourcen, die sie bei der Fülle an PatientInnen, welche sie täglich versorgen müssen, dringend benötigen.

OrdinationsassistentInnen gehören, wie sich spätestens in der Krise herausgestellt hat, mit zum Rückgrat einer Ordination/eines Primärversorgungszentrums. Einen kühlen Kopf zu bewahren, ihr Organisationstalent spielen zu lassen, gleichzeitig ihre medizinischen Assistenzaufgaben gewissenhaft zu erledigen und den PatientInnen, die Hilfe brauchen, empathisch und verständnisvoll entgegenzutreten, sind die wahren Fähigkeiten eines/einer OrdinationsassistentIn. Aus einer Flut an Informationen, Erlässen und neuen Regelungen Wichtiges und Relevantes heraus zu lesen und diese im Ordinationsalltag umzusetzen, gehört zu den neuen Herausforderungen.

Daher ist es wichtig, die bereits solide Ausbildung der OrdinationsassistentInnen immer wieder in Richtung bestmögliche Kommunikation und Betreuung von Mitmenschen zu erweitern, sowohl medizinisch fachliches Wissen als auch organisatorisches Knowhow laufend auf dem neuesten Stand zu halten und Stärken und Kompetenzen durch Fortbildung zu fördern und zu unterstützen.

Das Tätigkeitsprofil der OrdinationsassistentInnen ist bereits sehr umfassend geregelt. Dennoch sollte es im ständigen Dialog mit den ÄrztInnen an tatsächliche Gegebenheiten und Notwendigkeiten im Praxisalltag (Stichwort Infusionen anhängen?, Impfungen?) angepasst werden.

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