Hebammen in der Primärversorgung

(verfasst vom Österreichischen Hebammengremium)

Hebammen sind die medizinischen ExpertInnen für die physiologische Schwangerschaft, Geburt und das erste Lebensjahr mit dem Kind. Sie sind dafür ausgebildet, schwangere Frauen, Gebärende sowie Mutter und Kind im Wochenbett eigenständig zu betreuen, zu beraten und zu pflegen. Die Grenze zur Pathologie behalten Hebammen stets im Blick und ziehen, sollte diese erreicht werden, MedizinerInnen hinzu.
Das Hebammengesetz definiert ein weites Wirkungsspektrum für die Versorgung von Schwangeren und Wöchnerinnen. Sämtliche physiologischen Vorgänge kann die Hebamme eigenverantwortlich betreuen. In der Primärversorgungseinheit führt das zu einer Entlastung der ÄrztInnen, die nur bei pathologischen Fällen hinzugezogen werden. Beispielsweise können Hebammen Frauen bei physiologischen Schwangerschaftsbeschwerden, schmerzenden Wunden nach der Geburt, Stillproblemen (z.B. Milchstau) und bei vielen Fragen rund um das Neugeborene beraten. Ist es der Mutter im Wochenbett nicht möglich persönlich, in eine PVE zu kommen, ist die bereits geregelte Möglichkeit eines Hausbesuches eine deutliche Entlastung.
Hebammen arbeiten stark präventiv. Sie beraten und betreuen Frauen in ihrer reproduktiven Lebensphase und helfen dadurch, physiologische Prozesse und Verhaltensweisen zu optimieren. Hebammen bestärken die schwangeren Frauen darin, das Freudige an diesem besonderen Lebensabschnitt zu betonen und das eigene Gesundheitsverhalten zu überprüfen und anzupassen.

This post was written by Julia Routil

← Zurück zu allen Blog-Artikeln