Soziale Arbeit – Rettungsdienst – Primärversorgung

Austausch zwischen FH und Einsatzorganisation

Auf Einladung des Samariterbundes Feldkirchen/Donau verbrachte ein Team der Fachhochschule St. Pölten Studiengang Master Soziale Arbeit einen gemeinsamen Dienst auf der Rettungswache des ASB in Oberösterreich. Die SozialarbeiterInnen, alle im Zweitberuf auch Notfallsanitäter bzw. Dipl. Gesundheits- und KrankenpflegerInnen, konnten auf diese Weise das umfassende Leistungsangebot der ASB Gruppe Feldkirchen/Donau für den örtlichen Rettungs- und Sozialdienst in der Praxis kennenlernen.

Lernen voneinander

Die Zeiten zwischen den Einsätzen am lokalen Rettungswagen wurden intensiv genutzt, um das aktuelle Thema Primärversorgung in Österreich sowie die Rolle des Rettungsdienstes bzw. der Sozialen Arbeit darin zu diskutieren. Das Konzept der Primärversorgung (erste Versorgungsebene) basiert darauf, dass sich der Versorgungsbedarf in der Bevölkerung sowie die Art und Weise der Gesundheitsversorgung verändert hat. In den bestehenden und künftigen Primärversorgungseinheiten sind deshalb neben AllgemeinmedizinerInnen auch Pflegekräfte, SozialarbeiterInnen, PhysiotherapeutInnen, Hebammen, LogopädInnen, PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, DiätologInnen, ErgotherapeutInnen aktiv um als interdisziplinäres Team zusammenarbeiten.

Die Gäste am Rettungswagen konnten dabei neben ihren eigenen Erfahrungen zur interdisziplinären Zusammenarbeit einbringen auch ihre Lehr- und Forschungserfahrungen an der FH St. Pölten einbringen und Erfahrungen im Österreichischen Forum Primärversorgung im Gesundheitswesen (OEFOP), wo sie sich ehrenamtlich engagiert. Das Team ist regelmäßig im Rahmen von Feldforschungen bei verschiedenen Sozial- und Gesundheitseinrichtungen aktiv bzw. zu Gast um nahe an den Bedürfnissen der PatientInnen, MitarbeiterInnen und Institutionen zu sein. Schwerpunkt der Forschungsinitiativen ist PatientInnen mit Hilfeanfragen an die richtige Stelle zu referenzieren. Das beinhaltet einerseits verstärkte Selbst- und Nachbarschaftshilfe, die Stärkung und Unterstützung pflegender Angehöriger und die Verweisung von PatientInnen an die passende Stelle: HausärztInnen, Hauskrankenpflege, Sozialarbeit, Primärversorgungseinrichtungen, Krankenhäuser, spezialisierter psychosoziale Dienste usw.

PatientInnen an die geeignete Stelle referenzieren

Ein aktuelles Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der sozialarbeiterischen Triage die auch bereits am Notruf 144 für eine Lenkung von Hilfesuchenden zu psychosozialen Einrichtungen aktiv sein könnte. Ein weiteres Projekt ab Herbst 2018 widmet sich der Erforschung und Entwicklung sozialarbeiterischer Handlungskonzepte bei wiederholter Inanspruchnahme im Gesundheitswesen innerhalb kurzer Zeiträume trotz Intervention.

Vielen Dank an Obmann Anton Mayr und sein Team für die tolle Gastfreundschaft.

Weiterführende Links
https://www.fhstp.ac.at/de/studium-weiterbildung/soziales/soziale-arbeit-master/projekte1/sat-144-sozialarbeitsgestuetzte-telefonische-triage-bei-notruf-144
http://www.asb-feldkirchen.at/
https://www.fhstp.ac.at/de/studium-weiterbildung/soziales/soziale-arbeit-master

Fotobeschriftung von links nach rechts:
Heinz Novosad, BA, MA (Notfallsanitäter, Sozialarbeiter, OEFOP Landessprecher Niederösterreich), Stefan Wallner, MA, MSc (Notfallsanitäter, Sozialarbeiter, Dipl. Gesundheits- und Krankenpfleger), FH-Prof. Dr.PhDr. Christoph Redelsteiner (Notfallsanitäter, Sozialarbeiter, Gesundheitswissenschaftler), Veronika Böhmer, BA (Sozialarbeiterin, Dipl. Gesundheits- und Krankenpflegerin, OEFOP stv. Landessprecherin Niederösterreich), Florian Zahorka, BA, MA (Sozialarbeiter, Notfallsanitäter, OEFOP technischer Koordinator)

This post was written by Heinz Novosad

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